Elbsandstein-Rissklettern
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Risse nahmen, wie auch Kamine in der Frühzeit des Klettersports, eine wichtige Rolle bei der Erschließung neuer Wände ein, da mit damaliger Technik und Ausrüstung nur hier ein vernünftiges Vorankommen möglich war. Viele frühe Frei- kletterrouten folgen dementsprechend Risssystemen, wie z. B. bei der Erstbesteigung am 19.09.1894 des Dreifingerturmes über den Alten Weg III durch Conrad und Friedrich Meurer und Oscar Schuster. Klassiker, wie die Dreifingerturm-Ostrisse VIIIb, erstbegangen am 11.10.1947, oder dem Schwager Talweg IXa vom 31.08.1952, beide erstbegangen durch Harry Rost, wollen auch heute im Zeitalter des 11. Schwierigkeitsgrades noch erstiegen sein. In manchen Klettergebieten wie beispiels- weise dem Nördlichen Frankenjura, spielen Risse heutzutage zumindest in den oberen Schwierigkeitsgraden kaum noch eine Rolle, während sich in anderen Gebieten eine Vielzahl von Routen in oder an Rissen bewegen. Dies ist vor allem in Sandsteingebieten wie der Sächsischen Schweiz oder Granitgebieten wie dem Yosemite Valley der Fall. Risse werden, sofern vorhanden, beim Klettern zur Fortbewegung genutzt, häufig erfordern sie spezielle Rissklettertechniken. Man unterscheidet Risse nach Breite und der jeweils daraus folgenden, anzuwendenden Klettertechnik, wobei der Name des Risses jeweils den Körperteil beschreibt, der maximal im Riss verklemmt werden kann. Die Übergänge sind dabei fließend. Fingerriss, Handriss, Schulterriss, Körperriss - hier beginnt der Übergang zum Kamin. |
